love over mind

over matter

Übergänge rufen nach diesem Prinzip.

Die erste Edition meines Posters hiess: If you do(n’t) mind, it does(n’t) matter.

Entstanden ist sie in einer Zeit, in der ich meine Vision von einem eigenen Letterpressstudio konkret in die Hand genommen habe. Im Typorama in Bischofszell setzte ich diesen Satz als Mantra. Nicht als hübsches Statement, sondern als Selbstverständnis. Wortwörtlich: Wenn ich mich nicht kümmere, bleibt es Idee. Wenn ich mich kümmere, wird es Materie.

So schlicht ist die Logik.

Wenn dir etwas wichtig ist und du ihm echte Aufmerksamkeit schenkst, bekommt es Form. Wenn es keinen Platz in deiner Aufmerksamkeit hat, wird es kaum Realität werden.

Dieses Prinzip begleitet mich nicht nur im Studio. Es zieht sich durch meine Lebensphasen wie ein roter Faden.

Denn beides gehört zusammen: Nur denken reicht nicht, nur tun allein auch nicht.

Wenn Herz und Verstand sich die Hand geben, entstehen inspirierte Resultate.

Genau deshalb hat sich das ursprüngliche Poster weiterentwickelt.

Denn mit der Zeit merkte ich, dass mir "If you do(n’t) mind, it does(n’t) matter" nicht mehr genügt. „Mind“ allein ist zu eng. Auch das Herz muss mitspielen. Man kann sich um Dinge kümmern, die man im Grunde gar nicht liebt. Und man kann Wünsche realisieren, die sich später leer anfühlen.

Darum wurde aus der zweiten Edition:


If you do(n’t) love, you do(n’t) mind.

If you do(n’t) mind, it does(n’t) matter.


Die Reihenfolge ist entscheidend.

Liebe führt zu Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit führt zu Handlung. Handlung führt zur Realität.

Und genauso gilt die Umkehrung.


Für mich ist das keine Theorie, sondern gelebte Erfahrung über mehrere Übergänge hinweg. Jedes Mal, wenn ich etwas wirklich geliebt habe, war ich bereit, ihm meine Aufmerksamkeit zu schenken. Und erst dann kam die konsequente Handlung dazu. So entstand meine Familie, mein Studio und meine Kunst. So entwickelt sich das Leben.

Stefan, (ein Studienkollege vom Life Design Lab) war bei mir im Letterpress-Studio, um den Druck der zweiten Edition des Posters "If you do(n’t) mind, it does(n’t) matter" mitzuerleben.

Das Leben ist keine gerade Linie, sondern ein Kreislauf von Entwicklungsschritten.

Nehmen wir meine eigene Laufbahn als Beispiel.

Die erste Phase war die Formationszeit. Lernen, Handwerk, Gestaltung, Musik, Storytelling. Während meiner Designausbildung in Kalifornien erlebte ich eine unglaublich intensive kreative Zeit. Tradition und Innovation standen nebeneinander. Das hat mich geprägt. Dort ging es um Aufmerksamkeit für Details, für Typografie, für digitale Medien, für Haltung.


Danach folgte eine Phase der Expansion. Ich gründete Unternehmen, baute Teams auf, arbeitete international, gewann Auszeichnungen. Viel Energie, viel Aufbau, viel Umsetzung. Hier ging es stark um Handlung. Ideen wurden zu Projekten, Projekte zu Strukturen.


Später kam der Übergang in strategische Führungsrollen und unternehmerische Verantwortung. Von aussen sah das erfolgreich aus. Intern merkte ich langsam, wie sich etwas verschob. Die Distanz zu meinem kreativen Kern wurde grösser. Genau dieser innere Spannungszustand war wieder ein Übergangssignal.


Und dann kam der nächste Schritt. Ich stieg aus, startete meine Letterpress-Arbeit und begann die Life Design Ausbildung. Heute würde ich diese Phase Integration nennen. Musik, Gestaltung, Unternehmertum und persönliche Entwicklung greifen ineinander. Nicht mehr getrennt, sondern als Ganzes.


Rückblickend erkenne ich: Jede dieser Übergangsphasen hat nach Veränderung gerufen. Und immer dann, wenn ich wirklich hingehört habe, habe ich versucht, sie unter einem gemeinsamen Motto zu initiieren, mit Liebe zur Aufmerksamkeit und mit Mut zur Handlung.

Die erste Edition habe ich oft bei kleinen Kreativ-Events eingesetzt. Besucherinnen und Besucher konnten ihr eigenes Exemplar drucken. Die beiden „n't“ haben wir nur geprägt, ohne Farbe, damit nichts trocknen musste und alle ihr Poster direkt mitnehmen konnten. Das war einfach, pragmatisch und gleichzeitig sehr passend zur Aussage. Man entscheidet sich bewusst für oder gegen das das Kümmern, für oder gegen bewusstes Realisieren.