Oder: Wenn Unternehmenskultur nicht auf Flipcharts endet, sondern in den Herzen der Menschen beginnt.
Es gibt Unternehmen, die über ihre Werte sprechen.
Und es gibt Unternehmen, die sie leben.
Die Gebr. Hilti Gruppe hat mich überrascht. Wegen der Offenheit, mit der die Geschäftsleitung bereit war, gemeinsam hinzuschauen, und mit ehrlichem Interesse an der Frage, was dieses Familienunternehmen im Innersten zusammenhält.
Mitarbeitende sagen mit stolz: «Wir sind bei den Grünen.» Wenn ich heute auf Jobsuche wäre, wüsste ich, für welche Farbe ich mich entscheiden würde.
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More InformationDie Essenz muss nicht erfunden werden.
Als Tina Hilti mich kontaktierte, beschrieb sie ein Dilemma, das viele Unternehmen kennen. Strategieworkshops hatte das Unternehmen bereits einige erlebt. Gute Gespräche gab es genug, und Präsentationen ebenfalls. Trotzdem blieb oft das Gefühl zurück, dass die eigentliche Essenz nie wirklich am Boden ankam.
Unser erstes Gespräch drehte sich deshalb erstaunlich wenig um Strategie. Stattdessen sprachen wir über Menschen, über Geschichte und über das, was die Gebr. Hilti Gruppe seit bald 150 Jahren ausmacht. In weiteren Gesprächen mit Mitgliedern der Geschäftsleitung setzte sich dieses Bild langsam zusammen.
Mit diesen Eindrücken reflektierte ich gemeinsam mit meiner Sparringpartnerin Doris Westreicher-Ammann die Gespräche, und entwickelten daraus einen Prozess, der genügend Raum für genau das schaffen sollte, worauf es ankam: ehrliche Geschichten.
Ich glaube nämlich nicht, dass Firmen ihre wichtigsten Erkenntnisse erfinden müssen.
Meistens tragen sie diese längst in sich.
Sie verstecken sich in Geschichten, gemeinsamen Erlebnissen und Entscheidungen, auf die man stolz ist. Die Aufgabe besteht deshalb weniger darin, etwas Neues zu entwickeln, sondern einen Raum zu schaffen, in dem diese Geschichten ausgesprochen werden dürfen.



Ich habe nichts gegen Flipcharts. Ehrlich nicht. Ich glaube nur nicht, dass sie besonders gut altern. Darum machen wir die Essenz sichtbar und spürbar - für die Ewigkeit.
Als sich die Geschäftsleitung schliesslich in meinem Letterpress-Studio traf, sprachen wir zunächst nicht über Strategie. Wir sprachen über eine Farbe: Grün.
Nicht einfach das Grün, das mit dem Bauunternehmen Gebr. Hilti in Verbindung gebracht wird. Sondern was wir als Menschen darunter verstehen.
Die Antworten waren erstaunlich vielfältig: Natur, Hoffnung, Vertrauen, Verantwortung, Wachstum, Lebendigkeit. Erst danach stellten wir eine zweite Frage:
Warum sind wir bei den "Grünen"?
Nein, es ging nicht um Politik. Aber plötzlich ging es um Menschen, um Entscheidungen, um Erlebnisse, um Herausforderungen, Stolz und Freude. Je länger wir zuhörten, desto deutlicher wurde: Niemand musste etwas erfinden. Die Geschichten waren längst da.
Deshalb arbeite ich für Unternehmenskunden gerne mit Doris Westreicher-Ammann zusammen.
Unsere Perspektiven sind unterschiedlich, genau deshalb ergänzen sie sich so gut. Kreativität trifft auf Organisationsentwicklung, Markenführung auf HR-Kompetenz, Intuition auf systemisches Denken.
Die besten Lösungen entstehen selten im Alleingang. Sie entstehen im Sparring.
Gemeinsam können wir kleine und grosse Veränderungsprozesse begleiten, ob in den Bereichen Strategie, HR, Sales, Marketing oder Change Management. Immer mit dem gleichen Ziel: Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und gemeinsam eine Essenz zu entwickeln, die nicht nur überzeugt, sondern bleibt.
Von Geschichten zur Essenz
Je länger wir zuhörten, desto deutlicher wurden die gemeinsamen Muster. Nicht, weil wir nach den richtigen Begriffen suchten, sondern weil dieselben Haltungen immer wieder in den Geschichten auftauchten. Werte kann jedes Unternehmen formulieren. Eine echte Haltung zeigt sich in den Geschichten, die Menschen auch Jahre später noch erzählen.
Der Moment, in dem Gedanken zu etwas Bleibendem werden.
An diesem Punkt hätte der Tag enden können.
Wir hätten die Flipcharts fotografiert, ein Protokoll verschickt und uns vorgenommen, irgendwann weiterzuarbeiten. Stattdessen gingen wir an die Druckpressen.
Aus den Gesprächen entstanden sieben Aussagen.
Aus den Aussagen wurden Holz- und Bleilettern.
Aus den Lettern wurden sieben handgedruckte Poster.
Für mich ist das jedes Mal ein besonderer Moment. Was vorher nur als Gedanke im Raum existierte, wird plötzlich sichtbar, greifbar und erstaunlich wertvoll. Vielleicht gerade deshalb, weil alle wissen, dass sich dieser Moment nicht mit einem Mausklick rückgängig machen lässt.
Die sieben Poster erinnern heute nicht an einen Workshop, sondern an eine gemeinsame Haltung. Genau darin liegt für mich der Unterschied: Gute Workshops liefern Ergebnisse. Eine gemeinsam entwickelte und von Hand gedruckte Essenz bleibt sichtbar, spürbar und wirkt weit über den Workshop hinaus.
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